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Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zum Mediationsverfahren

Die 1o wichtigsten Fragen und Antworten zum Mediationsverfahren

Konflikte sind normal, sie gehören zu unserem Leben wie das Salz in der Suppe. Sie resultieren aus den unterschiedlichen Wahrnehmungen und Wertvorstellungen, deren Ursprung häufig in den familiären und gesellschaftlichen Prägungen zu finden ist. Konflikte an sich sind nicht schädlich, sofern man einen konstruktiven Umgang mit ihnen findet.

Das setzt allerdings voraus, dass die Beteiligten an einem Konflikt einen ehrlichen Umgang mit sich selbst und mit ihrem Gegenüber pflegen. Sich selbst gut zu kennen, sich bewusst zu sein über seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse und noch dazu in der Lage, seine Wünsche ergebnisoffen zu äußern, ist den wenigsten Menschen gegeben. Insbesondere bei starker persönlicher Betroffenheit und aufsteigenden Ängsten ist es nur natürlich und nachvollziehbar, wenn sich die Beteiligten in eine Situation verbeißen oder verlieren.

Den größten Schaden allerdings richten die Konfliktparteien bei sich selbst an. An Hass, Wut und Enttäuschungen festzuhalten kostet wertvolle Lebensenergie und hindert an einem freudvollen und erfüllten Leben.

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, aus dem Streiten auszusteigen und sich um Konsens zu bemühen. Das Mediationsverfahren bietet hierfür gute Lösungsansätze. Die 10 häufigsten Fragen zur Mediation habe ich im Folgenden für Sie zusammengestellt.

Was ist ein Mediationsverfahren? 

Mediation ist ein Konfliktklärungsprozess, der freiwillig ist, unter Zuhilfenahme einer dritten allparteilichen Person – der Mediatorin/dem Mediator. Eine Mediation findet außergerichtlich statt und ist erfahrungsgemäß günstiger als ein Rechtsstreit vor Gericht.

Für wen ist das Mediationsverfahren geeignet? 

Für alle Menschen, die eine innere Bereitschaft haben, gemeinsame Probleme eigenverantwortlich lösen zu wollen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Mediation?

Je eher desto besser. Es ist ratsam eine Mediation anzustreben bevor der Konflikt eskaliert und es kein Zurück mehr gibt.

Wie läuft ein Mediationsverfahren ab? 

Ein Mediationsverfahren durchläuft verschiedene Phasen. Zunächst wendet sich meist eine Konfliktpartei Hilfe suchend an einen Mediator. In dieser Phase erfolgt das Vorgespräch, welches jedoch nur die Verfahrensweise erörtert. Um die Allparteilichkeit zu wahren wird nicht auf den konkreten Konflikt eingegangen. Im Bedarfsfall gibt es ein weiteres Vorgespräch mit der zweiten Konfliktpartei. Besteht Einigkeit, wird eine Mediationsvereinbarung abgeschlossen und ein erster Termin vereinbart. In diesem Termin erläutert der Mediator das Verfahren und seine Rolle als Mediator. Zudem findet die Vereinbarung der Gesprächsregeln statt. Das Mediationsverfahren durchläuft dann die Phasen der Konfliktdarstellung und Konflikterhellung. Schließlich mündet es in der Konfliktlösung und endet in einer Vereinbarung zwischen den Medianten. Darüber hinaus besteht ergänzend die Möglichkeit eines Einzelcoachings für alle am Konflikt Beteiligten. Dies ist mitunter hilfreich, wenn es zu einer Verhärtung der Standpunkte kommt oder der Mediator spürt, dass eine Konfliktpartei Angst davor hat, bestimmte Dinge zu äußern.

Was bewirkt erfolgreiche Mediation? 

Mediation zeigt einen Weg auf aus dem Streiten auszusteigen und (selbst)zerstörerische Prozesse zu beenden. Der Blick wird von der Vergangenheit auf das zukünftig Sinnvolle gelenkt, ein befreites Weiterleben wird möglich.

Welche Konflikte lassen sich durch ein Mediationsverfahren lösen?

Nahezu alle Konflikte lassen sich durch Mediation lösen, sofern die Konfliktparteien über den festen Willen hierüber verfügen.
Es können sowohl Konflikte in Arbeitsbeziehungen (Teamkonflikte, Konflikte in Hierarchien, Kündigung) sein, als auch private Konflikte (Familiäre Konflikte, Beziehungs- und Trennungskonflikte).

Wie lange dauert ein Mediationsverfahren? 

Die Dauer eines Mediationsverfahrens richtet sich nach der Tiefenstruktur des Konfliktes, dem Konfliktausmaß und der Anzahl der in den Konflikt verstrickten Personen. In einem Vorgespräch wird der Mediator aus seinen Erfahrungen eine Einschätzung vornehmen. 
Da ein Mediationsverfahren fünf Phasen durchläuft (Vorgespräch, Konfliktdarstellung, Konflikterhellung, Lösungsfindung und Mediationsvereinbarung) sind fünf Termine ein Anhaltspunkt.

Gibt es eine Garantie für den Erfolg des Mediationsverfahrens? 

Nein, es gibt keine Garantie. Ein Mediationsverfahren ist grundsätzlich ergebnisoffen.

Wie viele Mediatoren sind erforderlich? 

Die Anzahl der Mediatoren richtet sich nach dem Ausmaß des Konfliktes und der am Konflikt beteiligten Personen. Beispielsweise kann in einem Beziehungskonflikt sowohl ein Mediator allein arbeiten, als auch im Zweier-Team.

Bin ich als Konfliktpartei sicher im Mediationsprozess? 

Für den Schutz der Konfliktparteien werden zu Beginn des Mediationsprozesses Grundsätze zum Umgang miteinander im Mediationsverfahren vereinbart. Hierzu zählen die Wahrung der Vertraulichkeit über alles was im Prozess gesagt wird, die gegenseitige Wertschätzung, die Bereitschaft zur Mitarbeit und sowohl das Zuhören als auch das Ausreden lassen. Es liegt in der menschlichen Natur, dass es hier zu Grenzüberschreitungen kommen kann. Der Mediator wird dafür Sorge tragen, dass der sichere Rahmen gewahrt bleibt. Droht eine Situation zu eskalieren, wird das Verfahren unterbrochen oder gar abgebrochen.

Wenn Sie noch weitergehende Fragen zur Mediation haben, dann schreiben Sie mich gern an.
Herzliche Grüße, Ihre Andrea von Graszouw


Wenn Sie sich lieber die Video-Serie Konsens lohnt sich auf YouTube ansehen möchten, dann kommen Sie hier zu Video 1.


unsplash-logoFrank Busch(Fotonachweis)

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