Führungskräfte unter Druck

Führungskräfte unter Druck
Führungskräfte unter Druck

Führungskräfte geraten zunehmend mehr unter Druck. Konflikte in den Unternehmen sind vielfach die Ursache

Den Preis, den wir alle für ungelöste schädliche Konflikte bezahlen ist hoch. Konflikte kosten nicht nur Zeit und Geld, sondern hemmen in erster Linie die Leistungsfähigkeit, Kreativität, Arbeitsfreude und das Engagement aller am Konflikt beteiligten Menschen. Nicht selten sind ungeklärte Konflikte die Ursache für einen hohen Krankenstand im Unternehmen. Psychosomatische Erkrankungen auf der Seite der Angestellten und Arbeitnehmer und schwere wirtschaftliche Schäden auf der Unternehmensseite, sind immer stärker zu verzeichnen.
Neben der Selbstverantwortung eines jeden einzelnen Mitarbeiters Konflikte in angemessener Weise zu klären, liegt die Verantwortung für die Klärung von Konflikten bei den Führungskräften der unterschiedlichen Hierarchieebenen. Dadurch geraten Führungskräfte immer stärker unter Druck. Wie mit Konflikten in den Unternehmen umgegangen wird, hängt maßgeblich davon ab, mit welchem ureigenen Konfliktverhalten die Führungskräfte ausgestattet sind. Dieses Verhalten wird bewusst oder unbewusst im täglichen Umgang mit den Mitarbeitern und den Geschäftspartnern gelebt.

“Führungskräfte kompensieren ihre Unzufriedenheit oftmals mit mehr Leistung.”¹

Wachsender Druck auf die Führungskräfte

Die Führungsanforderungen an Management und Führungskräfte jeglicher Hierarchien einer strategischen Unternehmensführung sind stark gestiegen. Es zeigen sich aktuell insbesondere zwei Herausforderungen an das Management, die ein neues Verständnis von Management und veränderter Führungspraxis erfordern:

Erstens: Die zunehmende Komplexität und Informationsflut, verursacht durch die digitale Transformation, schafft eine neue Transparenz der Informationen. Dadurch steigt der Druck für schnelle Entscheidungen ebenso so stark, wie die Zahl der Menschen, die in den Entscheidungsprozess mit eingebunden werden müssen. Eine wahrhafte Herausforderung für jede einzelne Führungskraft hier den Überblick und die Kontrolle zu behalten.

Zweitens: Freiraum für kritische Reflexion des Managements. Für ein nachhaltiges, bzw. langfristiges Denken bleibt angesichts der Herausforderungen im rasanten Tagesgeschäft wenig Raum. Regeneration und Reflexion kommen zu kurz. Zudem hat sich in den Köpfen der Führungskräfte meist ein sehr hoher eigener Anspruch an exzellentes Leadership, mit den Attributen glaubwürdig, authentisch und innovativ, etabliert. Welcher Mensch soll dieser Anspruchsfülle heute noch gerecht zu werden? Die Führungskräfte geraten zunehmend unter Druck.

Laut einer aktuellen Studie ist mehr als jede zweite Führungskraft auch in der Freizeit gedanklich noch mit der Arbeit beschäftigt. Fast ein Drittel der Manager sieht sich zumindest teilweise Burnout-gefährdet. Dieses Ausgebranntsein wird jedoch häufig als Schwäche interpretiert. ¹

Die Folgen der veränderten Führungspraxis

Die größten Missverständnisse und Konflikte erwachsen aus mangelnder und zu wenig zielgerechter Kommunikation. Aus meiner Sicht geht es um folgende wesentlichen Punkte: Einbinden, Befähigen, Delegieren und um Führen ohne formelle Autorität. Es geht um eine Portion Selbstfürsorge und wie ich es gern beschreibe darum „gütig zu sich selbst zu sein“. Nur dann wird ein Scheitern, beruflich bzw. persönlich zu verhindern sein.

Ein Konflikt entsteht nicht aus dem „Nichts“

Betrachtet man den wachsenden Druck auf die Führungskräfte, ist es nicht verwunderlich, dass Konflikte meist aus dem „Nichts“ aufzutauchen scheinen. Im tobenden Tagesgeschäft kann durchaus das Gespür dafür verloren gehen, dass da ein Sturm aufkommt. Damit jedoch dem Unternehmen kein Schaden entsteht, ist es wichtig, Konflikte möglichst frühzeitig zu erkennen, aufzudecken und zu handeln. Es ist durchaus besser hinzuschauen, als wegzusehen und den Konflikt zu thematisieren.

Der Mensch mit seinem Urinstinkt

Im Konflikt reagieren die Menschen mit ihren Urinstinkten. Fühlen sie sich nicht wohl, reagieren sie mit Angriff, Flucht oder Deckung. Äußere Zeichen können also sein:  geringe Bereitschaft zu Überstunden, hoher Krankenstand, ein Abtauchen der Mitarbeiter in den Dienst nach Vorschrift, ein Boykott von Firmenveranstaltungen oder tatsächlich durch die reale Flucht durch Kündigung.

Achten Sie sensibel auf Frühwarnzeichen

Selbst kleinere Zeichen wie abfällige oder zynische Bemerkungen und sonstige negative verbale Äußerungen bedürfen der Beachtung. Auch die Körpersprache sendet wertvolle Hinweise: Eine abwehrende Körperhaltung oder das verdrehte Paar Augen können bereits erste Anzeichen für einen unterschwelligen Konflikt sein.

Steuern Sie dagegen, besser früher als später

Konflikte bieten eine große Chance. Sie waren und sind schon immer ein Motor für Veränderungen und Innovationen und lassen etwas vielfach Konstruktives, Neues und Besseres entstehen. Drehen Sie den Spieß um – nutzen Sie diese Chance.
Ich kann Sie nur ermutigen, sich in Zeiten der Überforderung durch Konfliktsituationen Unterstützung zu holen. Für mich ist es ganz klar eine Stärke, seine eigenen Grenzen zu erkennen und sich Entlastung zu verschaffen, die sich spürbar und nachhaltig im Umgang mit Ihren Mitarbeitern und Geschäftspartner und schließlich im Unternehmenserfolg widerspiegeln wird. Packen Sie es an!

Herzlichst, Ihre Andrea von Graszouw


Sie brauchen Rückendeckung in einer anspruchsvollen Konfliktsituation?

Als international zertifizierte Mediationssupervisorin (gemäß izMSVO, DACH und ZMediatAusbV) unterstütze ich Menschen in Deutschland, Österreich und Schweiz, mit anspruchsvollen Führungsaufgaben und Konfliktlösungskompetenz in Unternehmen und Organisationen durch gezielte Praxisfall-Supervision. Sie erhalten durch unsere Zusammenarbeit wirkungsvolle Unterstützung bei Ihren Entscheidungs-, Führungs- und Mediations-Aufgaben. Die Praxisfälle werden gemäß den gesetzlichen Vorgaben dokumentiert und erfüllen die internationalen Standards.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite Supervision für Führungskräfte.
Sie benötigen Unterstützung? Hier geht es zu den Kontaktinformationen.


QUELLE

¹ https://www.personalwirtschaft.de/fuehrung/artikel/burnout-bei-managern-gilt-vor-allem-als-schwaeche.html


FOTONACHWEIS

Photo by Shipman Northcutt on Unsplash

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