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Konflikte lösen im Unternehmen

Konflikte lösen im Unternehmen
Konflikte lösen im Unternehmen: Ihre Ansprechpartnerin: Andrea von Graszouw

In Deutschlands Unternehmen bleiben Konflikte nicht aus. Im Gegenteil: Es herrscht diesbezüglich Hochkonjunktur. Konflikte im Unternehmen zu lösen, ist eine der zentralen Aufgaben und Herausforderungen für das Management. Wünschenswert wäre demnach eine Führungskultur in der es gelingt, Konflikte zwischen Mitarbeitern und Abteilungen konstruktiv beizulegen. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass die Führungskräfte in persona mit einem gesunden Konfliktverhalten ausgestattet sind. Ihr ureigenes Verhalten dient den Mitarbeitern als Orientierung und wird so zum Konfliktleitbild im Unternehmen.

Zur Erinnerung: Was ist eigentlich ein Konflikt?

Von einem Konflikt (aus dem lateinischen confligere „zusammentreffen, kämpfen“) im betrieblichen Zusammenhang spricht man, wenn Wertvorstellungen, Zielsetzungen und Interessen von einzelnen Personen oder Teams im Unternehmen nicht miteinander vereinbar sind oder zumindest unvereinbar erscheinen.

Wie können Sie vorgehen, um einen Konflikt zu lösen?

1. Den Konflikt erkennen und akzeptieren

Selbst unter der besten Führung entstehen Konflikte. Sich dem bewusst zu sein, kann unter Umständen bereits etwas Tröstendes haben. Jeder Mensch ist individuell konditioniert und hat zunächst einmal ein Recht auf seine eigene Sichtweise und Meinung. Ein Mensch kann nur aus seinen eigenen Erfahrungen heraus handeln. Es steht ihm keine andere Möglichkeit zur Verfügung.

Ausbleibender beruflicher Aufstieg, unterschiedliche Beurteilungen von innerbetrieblichen Abläufen und auch persönliche Probleme, die mit in die Arbeit genommen werden, können Auslöser für einen Konflikt sein. Wer das akzeptiert hat, kann effizienter Konflikte lösen und trägt zu einer produktiveren Auseinandersetzung bei.

2. Ursachenforschung betreiben

Dem eigentlichen Konflikt liegt stets eine bestimmte Ursache zugrunde. Leider präsentiert sich der eigentliche Konfliktauslöser in der Regel nicht auf dem silbernen Tablett. Insofern ist es erforderlich, Ursachenforschung zu betreiben. Bei der Vermittlung zwischen zwei Konfliktparteien kann es deshalb sogar hinderlich sein, wenn zu viel Wert auf Harmonie gelegt wird. Zwar soll eine ruhige Atmosphäre gewahrt werden, jedoch kann es genauso förderlich sein, wenn einmal die Emotionen explodieren. Genau in dieser Situation ist die jeweilige Konfliktpartei ehrlich und sagt, was ihr tatsächlich auf dem Herzen liegt. Wurde die Ursache konkret benannt, wird es leicht. Nun können Lösungen gefunden werden.

3. Auswege anbieten

Möchte man Konflikte lösen, ist es wichtig Auswege aus der Situation zu finden, in der beide Parteien ihr Gesicht wahren können. Um den Konflikt zu lösen, ist es erforderlich, die jeweiligen Interessen und Bedürfnisse der einzelnen Streitparteien herauszuarbeiten. Für die Konfliktparteien überraschend, kommen häufig gleiche oder ähnliche Dinge zutage. Diese können dann als Ausgangspunkt genutzt werden, um Lösungen zu erarbeiten. Sehen beide Parteien, dass sie gar nicht so weit mit ihren Interessen und Bedürfnissen auseinanderliegen, können Lösungsansätze entwickelt werden, die zum beiderseitigen Vorteil sind.

4. Möglichst objektiv bleiben

Um Konflikte im Unternehmen zu lösen ist es wichtig, objektiv, neutral und allparteilich zu bleiben. Begleitet eine Führungskraft Mitarbeiter bei der Konfliktlösung, trägt sie die Verantwortung für ein konstruktives Gesprächsklima. Sie ist die neutrale Zone zwischen den Parteien und stellt sicher, dass jeder Gehör findet und schließlich eine zufriedenstellende Lösung für alle Konfliktparteien gefunden wird.

Einfacher lassen sich daher Konflikte lösen, wenn die Leistung von einem neutralen externen Mediator in Anspruch genommen wird, der keinen persönlichen Bezug zu den Beteiligten hat. Ein neutraler Mediator konzentriert sich auf den eigentlichen Prozess und unterstützt bei der Suche nach objektiven und sachbezogenen Lösungen. Er kann in Konfliktsituationen auch Wege aufzeigen, die bisher noch nicht in Betracht gezogen wurden, und eröffnet dadurch neue Auswege aus konflikthaften Situationen.

5. Langfristige und nachhaltige Lösungen finden

Es ist verlockend die Konfliktparteien mit kleinen Zugeständnissen zu beschwichtigen, doch tragen diese selten dazu bei, Konflikte langfristig zu lösen. Konflikte, die nur aufgeschoben und nicht endgültig gelöst werden, können das Arbeitsklima stark verschlechtern, sodass die Produktivität der Mitarbeiter darunter leidet und sich der Konflikt sogar ausweitet. Daher sollte bei der Findung von Auswegen aus Konflikten stets darauf geachtet werden, dass es sich um nachhaltige Lösungen handelt, die nicht rasch wieder neue Probleme entstehen lassen.

6. Meine persönliche Empfehlung für Sie

Die Anforderungen an Führungskräfte heutzutage sind hoch und übersteigen mitunter das normale menschliche Vermögen. Die unterschiedlichen Erwartungen vonseiten der Mitarbeiter, der Gremien und der Stakeholder sind kaum mehr zu erfüllen.

Insofern ist es nachvollziehbar, dass es nicht möglich ist, auf jede einzelne Störung einzugehen. Aus diesem Grund ist meine Empfehlung der Aufbau eines internen Konfliktmanagements mithilfe einer Konfliktrichtlinie. Lassen sich Konflikte mit den internen Bordmitteln nicht lösen, ist es empfehlenswert, über externe Mediatoren in den Prozess einzubinden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung! Herzlichst, Ihre Andrea von Graszouw


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