Mediation mit Stellvertretung, Andrea von Graszouw

Mediation mit Stellvertretung

Inneren Frieden finden

Die Situation

In der Praxis gibt es viele Fälle, bei denen Konflikte ungelöst bleiben, weil

  • eine Konfliktpartei die Beteiligung an der Konfliktlösung verweigert
  • die zweite Konfliktpartei für ein persönliches Gespräch aufgrund räumlicher Entfernung nicht zur Verfügung steht
  • die Konfliktpartei schwer erkrankt ist und eine Konfrontation unmöglich ist
  • die Konfliktpartei bereits verstorben ist und
  • es Ängste gibt, der Streitpartei persönlich gegenüberzutreten.

Das hat zur Folge, dass eine der Streitparteien verstört, verletzt und mit vielen offenen Fragen zurückbleibt.

Die Lösung

Damit Sie als Betroffene dennoch eine Möglichkeit haben, den Konflikt für sich zu lösen und somit alte Wunden zu heilen, gibt es die Möglichkeit der Mediation mit Stellvertretung. Es handelt sich hierbei um eine Form der dynamischen Aufstellung in der permanent Botschaften ausgetauscht werden.

Im betrieblichen Umfeld ist diese Methode empfehlenswert, wenn Betroffene aufgrund eines großen Machtgefälles Angst davor haben, die direkte Konfrontation mit der Streitpartei zu suchen. Hier kann die Stellvertretermediation zu einem besseren Verständnis beitragen und Kraft dafür geben, zu einem späteren Zeitpunkt das direkte Gespräch zu suchen oder Mut zu schöpfen, die Situation für sich selbst zu verändern.

Der Ablauf

In der Mediationssitzung wird mit zwei Mediatoren gearbeitet. Einer der beiden Mediatoren übernimmt für die Zeit der Mediation die Rolle der abwesenden Konfliktpartei. Der zweite Mediator führt durch den Prozess. Der Mediator „in Stellvertretung“ präsentiert die real existierende, mitfühlende Seite der abwesenden Konfliktpartei, die lange nicht mehr gesehen wurde oder die derjenige nicht zeigen konnte. Diese Zugewandtheit hilft der anwesenden Partei, sich und die abwesende Konfliktpartei besser zu verstehen.