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Mediation und Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen

Mediation und Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen

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„In Deutschland stehen jedes Jahr fast 80.000 Unternehmen vor einer Nachfolgeregelung aus Altersgründen, die meist mehr oder weniger gut umgesetzt wird.“1

Mediation und Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen

Auch Familienunternehmen sind vom digitalen Wandel betroffen. Für viele Unternehmer bedeutet das, dass sie die Art und Weise, wie sie ihre Geschäfte bisher betreiben, grundsätzlich überdenken müssen. Bestehende Geschäftsmodelle werden jetzt zwangsläufig hinterfragt. Die anstehenden Veränderungen sind weitreichender und vielfach schneller als einst zu Zeiten der industriellen Revolution. Dieser fortschreitende Prozess verstärkt die ohnehin schon anspruchsvolle Sensibilität und Komplexität bei der Regelung von Unternehmensnachfolgen.

 

Der Generationenwechsel bedarf einer gründlichen Vorbereitung

Die Vorbereitung des Generationenwechsels in Familienunternehmen bedarf einer gründlichen und langfristigen Vorbereitung. Neben der Berücksichtigung von wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Themen, kommt der emotionalen Ebene der Beteiligten bei der Unternehmensnachfolge eine besondere Bedeutung zu. Um die Zukunft des Unternehmens nicht zu gefährden, bedarf es daher einer rechtzeitigen Einbeziehung der Bedürfnisse und Interessen aller Beteiligten.

 

In der Praxis werden zur Gestaltung der Sachthemen, professionelle Berater, wie Rechtsanwälte, Steuerberater und Unternehmensberater hinzugezogen. Um Konflikteskalationen vorzubeugen und Schaden für das Unternehmen abzuwenden, empfiehlt sich die frühzeitige Einbindung von professionellen Mediatoren. Mediation und Unternehmensnachfolge in Familienbetrieben gehören demnach fest zusammen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die persönlichen Wertvorstellungen und individuellen Ziele des Einzelnen ausreichend berücksichtigt werden. 

 

Die Risiken bei der Regelung der Unternehmensnachfolge

Wird den „weichen Themen“ bei der Unternehmensnachfolge zu spät oder unzureichend Bedeutung beigemessen kann das für das Unternehmen folgenreich sein. Imageverlust, wirtschaftliche Talfahrt, Zerschlagung und Liquidation können schwerwiegende Konsequenzen sein.

 

Bei der Nachfolgeregelung spielen zudem generationenübergreifende Systemkonflikte eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die schwierigsten zwischenmenschlichen Beziehungen sind die zwischen Eltern und Kindern. Wurden die Konflikte bis dato noch erfolgreich unter den Teppich gekehrt, kommen sie im Zusammenhang mit der Regelung der Unternehmensnachfolge auf jeden Fall auf den Tisch. Der familiäre Streit kann so tiefgreifend sein, dass der wirtschaftliche Fortbestand des Unternehmens gefährdet wird.

 

Frühzeitig die Weichen für die Unternehmensnachfolge stellen

“Eines ist so wichtig wie’s andere: rechtzeitig zufassen und rechtzeitig loslassen können.” Nikolaus von Kues

Um das Familienunternehmen über weitere Generationen zu erhalten, ist es erforderlich, beizeiten die richtigen Weichen zu stellen. Wenn Sie die folgenden Punkte beachten, werden Sie die Unternehmensnachfolge erfolgreich gestalten.

  • Denken und planen Sie langfristig und generationenübergreifend.
  • Pflegen Sie eine offene Kommunikation mit Ihren Familienangehörigen.
  • Sorgen Sie für Transparenz und Klarheit gegenüber Ihrer Belegschaft.
  • Treten Sie bei internen Konflikten dennoch geschlossen gegenüber Ihren Mitarbeitern und Geschäftspartnern auf.
  • Nehmen Sie eine realistische Einschätzung der Fähigkeiten möglicher Nachfolger vor.
  • Bemühen Sie sich, alte Familienkonflikte aufzulösen.
  • Seien Sie mutig und setzen Sie sich mit Ihren Ängsten und inneren Widerständen auseinander.
  • Seien Sie in diesem Prozess gütig mit sich selbst und geben Sie Ihrem Leben einen neuen Sinn.

 

Fazit

Bei der Unternehmensnachfolge in Familienbetrieben handelt es sich also um eine sehr emotionale und anspruchsvolle Interessenlage. Um Kränkungen und Lebenskrisen weitestgehend zu vermeiden, ist Fingerspitzengefühl gefordert. Damit der Übergabeprozess für alle Seiten zufriedenstellend gestaltet wird, empfehle ich Ihnen daher so früh wie möglich die Einbindung einer Person Ihres Vertrauens. Diese sollte weder zum Familienkreis gehören, noch aus dem Kreis der meist langjährigen Berater stammen. Ein professioneller Mediator, der neutral, unvoreingenommen und mit Sachverstand ausgestattet ist, wird für diese komplexe Interessenlage ein guter Begleiter sein.

Quelle:  1 https://www.mittelstandswiki.de/wissen/Unternehmensnachfolge_im_Mittelstand


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